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Jugendkriminalität

Veröffentlicht am: 13.10.2008

„Wir bedauern sehr, dass in Wiesbaden immer weniger Projekte im offenen Strafvollzug angeboten werden“, so die Junge Union Wiesbaden. Gerade bei weniger schweren Straftaten sei es pädagogisch sinnvoll, den Tätern einen normalen Alltag zu ermöglichen. Zudem solle man darüber nachdenken, jugendliche Straftäter bei guter Führung aus dem geschlossenen Vollzug zu entlassen, damit sie sich bewähren können. Ein solches Belohnungs-System könne sich positiv auf die Resozialisierung der Jungendlichen auswirken. Begingen sie allerdings draußen erneut eine Straftat, müsse man sie sofort wieder in den geschlossenen Vollzug schicken.

Aber auch für die schweren Fälle müsse die Justiz die passenden Antworten parat haben. „Es kann nicht sein, dass Täter, bei denen die Gefahr groß ist, dass sie wieder zuschlagen, bis zum Prozessbeginn laufen gelassen werden“, so die Nachwuchspolitiker. Viele Straftaten von Jugendlichen seien aus der Gruppe heraus motiviert. Daher könne es eine heilsame Wirkung haben, wenn man straffällige Jugendliche für wenige Wochen aus ihrem Umfeld herausziehe. Durch die Einführung eines Haftgrundes „erzieherische Beeinflussung“ könne es ermöglicht werden, Straftätern eine Art Warnschuss zu verpassen. Ziel müsse sein, Täter unmittelbar nach ihrer Festnahme für wenige Wochen inhaftieren zu können. In dieser Zeit bestünde keine Wiederholungsgefahr und die Jugendlichen könnten in sinnvolle pädagogische Projekte der Jugendhilfe eingebunden werden. „Erfolgt die Strafe unmittelbar auf dem Fuß, wissen die Jugendlichen sofort, dass sie zu weit gegangen sind“, so die Junge Union Wiesbaden. Bis in einem Gerichtsverfahren nach langer Zeit ein Urteil gesprochen werde, hätten die Jugendlichen hingegen oft keinen Bezug mehr zu ihrer Tat.

Die Junge Union Wiesbaden unterstützt und begrüßt deshalb die Einrichtung des sog. „Haus des Jugendrechts“ in Wiesbaden, welche die Verkürzung der Dauer von Gerichtsverfahren ermöglichen wird. „Wenn Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtshilfe unter einem Dach zusammenarbeiten, können Verfahren erheblich beschleunigt werden“, schließen die Jungpolitiker.

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